131 Extrembergsteigen und überleben in der Todeszone: Was Höhe mit unserem Körper macht – mit Jost Kobusch

Shownotes

Extrembergsteigen fasziniert, aber was dabei im Körper passiert, wissen die wenigsten. Sauerstoffmangel, Kälte, Erschöpfung und mentale Belastung bringen den menschlichen Organismus an seine absoluten Grenzen. In dieser Folge von Mission Gesundheit spreche ich mit einem der bekanntesten deutschen Extrembergsteiger Jost Kobusch über die körperlichen und psychischen Herausforderungen in großer Höhe.

Wir sprechen darüber, wie man sich auf Expeditionen vorbereitet, wie sich der Körper Schritt für Schritt an extreme Bedingungen anpasst und woran man erkennt, wann es gefährlich wird. Jost erklärt, welche Warnsignale man ernst nehmen muss, warum viele Bergsteiger zwar den Gipfel erreichen, aber am Abstieg scheitern – und was in der sogenannten „Todeszone“ tatsächlich im Körper passiert.

Hier findet Ihr mehr über Jost Kobusch: https://jostkobusch.de/

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Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn wir oberhalb von ungefähr fünftausend siebenund Metern unterwegs sind, degeneriert der Körper.

00:00:05: Wir bauen Muskelmasse ab weil der Körper diese Muskeln auch verzehrt.

00:00:09: Die Muskeln sind ja voll von ATP und der Körper kann diese Energie ganz leicht aus den Muskeln rausziehen.

00:00:16: die Muskeln zersetzen ist viel leichter als irgendwas mit Sauerstoff zu verdauen.

00:00:20: ich kenne tatsächlich sehr starke Kletterer insbesondere auch Frauen.

00:00:24: die können nur einen Klimmzug und die Klettern richtig richtig schwere ruten.

00:00:28: je überhängender die Route ist, desto mehr Kraft brauchst du und je weniger überhängt, destо mehr kommt es auf die Technik drauf an.

00:00:36: Wenn Du Deine Höhensymptomatik nicht respektiert hast beim Aufstieg gibt's natürlich ein hohes Risiko dass Dich dann die Höhenkrankheit einholt zum Beispiel im Abstieg.

00:00:45: da bist Du einfach am anfälligsten für alles.

00:00:47: Da würde unser Gehirn sagen hey rote Zone ich blockiere total wir könnten Unseren Körper gar nicht mehr richtig ansteuern.

00:00:53: Da würde da so lange hängen, bis wir es einfach physisch nicht mehr schaffen würden und dann werden wir runterfallen.

00:01:06: Herzlich willkommen zur Mission Gesundheit!

00:01:07: Ich bin Dr.

00:01:08: Hadi Saleh.

00:01:09: Wir sprechen hier ganz oft darüber wie wir Gesundheit in unseren Alltag integrieren können.

00:01:13: Was wir dabei aber eigentlich noch nie wirklich thematisiert haben – Alltag kann extrem unterschiedlich aussehen Und damit meine ich nicht nur unterschiedliche Jobs Arbeitszeiten oder Stresslevel Sondern wirklich komplett andere Lebensrealitäten.

00:01:24: Für manche bedeutet Alltag nämlich nicht Büro oder Homeoffice, sondern zum Beispiel in einer steilen Felswand zu hängen.

00:01:30: Sich in mehreren Hundert Metern Höhe abzuseilen... ...oder bei Eising-Temperaturen im Hochgebirge unterwegs zu sein.

00:01:36: Wie funktioniert der Körper unter solchen Extrembedingungen?

00:01:39: Und worauf muss man achten um alles zu überleben?

00:01:42: Experte der Woche.

00:01:45: Darüber habe ich heute mit meinem Experten gesprochen Joost Kobusch.

00:01:48: Er ist einer der bekanntesten Extremwerksteiger und bewegt sich regelmäßig in Höhen und Situationen die für die meisten von uns völlig unvorstellbar sind.

00:01:57: Wenn ihr euch davon ein Bild machen wollt, schaut gerne mal auf YouTube vorbei.

00:02:00: Mir wurde schon vom Hinsegen kalt!

00:02:02: Aber genau deswegen wollte ich unbedingt mit ihm sprechen.

00:02:06: Jost sehr schön dass du da bist.

00:02:08: wo finden wir dich?

00:02:09: Hallo Hardy ja... Ich bin gerade am Fuße des Mont Blancs in Frankreich In den französischen Alpen.

00:02:14: Das

00:02:14: ist die Umgebung in der man dich eigentlich kennt.

00:02:16: Von daher freut es mich umso mehr Dass Du dir Zeit nimmst das wir uns heute unterhalten.

00:02:20: Du bist ja bekannt für einen extremen minimalistischen und teilweise auch riskanten Stil, was deine Expedition angeht.

00:02:27: Was reiht sich persönlich genau an dieser Art des Bergsteigens?

00:02:30: Also erstmal würde ich natürlich vielleicht schon mal vorwegnehmen, dass ich das persönlich nicht als großes Risiko einschätze.

00:02:37: Natürlich sieht es manchmal ziemlich spektakulär aus wenn ich da in der Wand hänge aber... Ich meine, das ist mein Job am Ende.

00:02:45: Ich bin Alpinist.

00:02:48: Für mich ist es alles in meiner Komfortzone, also viele von den Dingen.

00:02:52: Aber die ganz großen Projekte, die mich auch aus meiner Komforzone herausbringen, wo ich natürlich dann häufig auch immer lang lang unterwegs bin – das sind Projekten, die meine Neugierde folgen.

00:03:02: Wenn ich da auf Gipfel steige, auf denen noch niemand gestanden hat oder in Routen bin und die noch niemand durchstiegen hat, weiß man ja gar nicht genau was einen da erwartet.

00:03:13: ... bin ich da unglaublich gespannt darauf, wie das ausschaut und wozu ich ultimativ als ... ... Athlete und auch als Mensch überhaupt in der Lage bin.

00:03:22: Und irgendwie so machst du das alleine?

00:03:24: Ich komme aus Norddeutschland, was so neben Bielefeld ursprünglich... ...und hab da das Klettern gelernt und ... ...in der frühen Kletterzeit auch immer das Problem gehabt passen Seipartner zu finden,... ...ich hatte auch einfach keine Kohle, bin zu den Bergen getrampt, alles super low budget.... Die Kombination hat es einfach schwierig gemacht, da im hohen Norden Seipartner zu finden.

00:03:47: Und dann bin ich viel alleine losgegangen und mir hat's gut gefallen!

00:03:50: Wie bereitest du eigentlich dein Körper darauf vor?

00:03:53: Also wie sieht dein Training aus – das physische Krafttraining, Ausdauer-Training – und was machst Du für die mentale Vorbereitung?

00:04:00: Also klassisch im Training selbst gibt´s eine Menge Ausdauertraining, Grundlagen Ausdautraining….

00:04:08: Neunzig Prozent meines Trainings sind im Grundlagenbereich und zehn Prozent ist hochintensives, anaerobes Training.

00:04:15: Das Ganze nennt sich polarisierendes Training.

00:04:17: also dementsprechend bin ich wirklich den die meiste Zeit Arop unterwegs sprich ganz lange einhalten.

00:04:24: das können auch mal Bergtouren sein.

00:04:26: jetzt weiß zum Beispiel gestern am Mont Blanc unterwegs zwölf Stunden oder so non-stop und dass es dann auch eine Trainingseinheit.

00:04:37: Dazu gibt es noch ein Krafttraining.

00:04:39: Je nach Saison verändert sich das Krafttrainen natürlich auch, also Max-Krafttraining oder eben auch ein funktionales Krafttrainig.

00:04:47: Wichtig ist, dass es halt nie das Gleiche bleibt sondern halt auch zyklisch sich anpasst und wir dann zum einen drauf schauen, dass wir zum Beispiel das Max-krafttraining möglichst viele Muskelfasern aktivieren Aber dann durch das funktionale Training im nächsten Zyklus wieder auch mehr Phase und Prinzipien aufbauen.

00:05:04: Das wechselt sich immer so ein bisschen ab zwischen Aufbau- und Aktivierung, dann haben wir noch Mobilität dazu.

00:05:11: Und dann geht es auch noch ins technische Klettern zum Beispiel.

00:05:14: Also Felsklettern, Eiskletter, Mixklättern, wo man viel mit den Armen zieht.

00:05:19: Und das kombiniert sich halt alles.

00:05:22: Je näher ich am eigentlichen Event dran bin an der Expedition, die ich machen möchte, desto... Ähnlicher wird mein Training mit der Expedition selber später.

00:05:31: Was machst du für die Grundlagen aus Dauer?

00:05:33: Machst du das auf dem Fahrrad, joggst du...

00:05:36: Also prinzipiell je näher ich am finalen Event bin desto eher ist es da dran.

00:05:41: also zum Beispiel könnte ich jetzt im Frühjahr noch einige Rennrad-Einheiten machen aber das würde ich auf keinen Fall mehr machen wenn wir Sechzig Tage vor Abreise sind und ich in das Projekt einsteige, denn dann muss sich auf den Beinen unterwegs sein.

00:05:56: Da muss ich einen Rucksack auf dem Rücken haben, da muss da Gewicht drin sein.

00:05:59: Im besten Fall trage ich den gleichen Rucksacks wie auf der Expedition usw.

00:06:04: Also steht das so ein bisschen so vor wie so'n Olympiasportler, der ja auch mit ganz genau der Ausrüstung oder den Bedingungen trainiert, die er bei Olympia nachher hat?

00:06:15: Und so versuchen wir es im Alpinismus natürlich auch umzusetzen Auch wenn das nie wirklich geht, weil die Bedingungen sich immer so stark verändern.

00:06:23: Dass man halt eher versucht, so nah wie möglich heranzukommen.

00:06:26: und die mentale Vorbereitung?

00:06:29: Gleichzeitig würde ich mal sagen ist Alpinismus selbst die beste mentale vorbereitung für Alpinismus.

00:06:35: Wenn du wirklich ein Alpinistus betreibst dann musst du dich mit Risiken auseinandersetzen ungewissheiten Und Du hast auch eine mentale Belastung dadurch ja anders als wie zum Beispiel im Fußball im Berg auch wirklich ein Risiko eingehst, dass das echte Konsequenzen haben kann.

00:06:55: Also im schlimmsten Fall kannst du sterben und dadurch können diese Projekte auch mental sehr herausfordernd sein.

00:07:02: die sind nicht unbedingt das beste Training weil wenn du ganz lang unterwegs bist und dich fürchtest und was auch immer und dir vielleicht noch kalt ist und so dann ist es physisch nicht unbedingt als Beste aber es ist eine unglaublich gute mentale Vorbereitung.

00:07:16: Das mentale Training bei Mio-Love prinzipiell so, dass ich versuche mich in der richtigen Zone aufzuhalten mit gewissen Aktivitäten.

00:07:26: Also jetzt gerade wo wir hier entspannt diesen Podcasts aufzeichnen sind wir an der grünen Zone.

00:07:33: Wir sind super entspannt und wenn wir uns vorstellen würden das wir beide jetzt hier irgendwie einer Klippe hängen würden und wir sind zwar am Seil befestigt aber die letzte Sicherung die wir gelegt haben ist Keine Ahnung, acht Meter unter uns in einen Felsspalt reingeklemmt und wenn man jetzt loslässt dann wird es höchstwahrscheinlich halten.

00:07:55: Vielleicht poppt sie aber raus und dann würde die nächste höchste wahrscheinlich halten.

00:08:00: Dann würden wir vielleicht gar nicht mehr dazu in der Lage sein, loszulassen auch wenn rein theoretisch ja rein rational betrachtet wenig sterben würden.

00:08:09: Vielleicht einfach nur so zwanzig Meter runterfallen und im Seil hängen.

00:08:13: Da würde unser Gehirn sagen, hey rote Zone.

00:08:15: Ich blockiere total wir könnten unseren Körper gar nicht mehr richtig ansteuern.

00:08:19: Der würde da so lange hängen bis wir es einfach physisch nicht mehr schaffen würden und dann würden wir runterfallen.

00:08:25: Und genau in diesen zwei Zonen versuche ich eben nicht zu sein denn das Wachstum mental passiert in der Orangenzone dazwischen wo der Nervensystem aktiviert ist wo du auch ein bisschen Angst hast aber eher eine Angst die einen guten Fokus erzeugt Ein leichtes Kribbeln vielleicht.

00:08:45: In dieser Orangenzone, da muss ich viel im Training unterwegs sein denn dadurch wird die grüne Zone größer und die rote Kleinarmende des Tages

00:08:53: Wenn man dich klettern sieht oder auch andere Alpinisten sieht kann man sich nicht wirklich vorstellen wie du dein Körper da hochziehst an den Armen oder mit Beineinsatz.

00:09:05: Wieviel Kraft braucht man wirklich?

00:09:07: Also wie viel ist Kraft und wie viele ist Technik?

00:09:11: Den Kraft wird überschätzt auf jeden Fall.

00:09:14: Gerade auch wenn wir jetzt über das reine Klettern sprechen, also wirkliche Felswände hochzuklettern zum Beispiel... Wenn ich Expeditionen im Himalaya mache dann sind die häufig technisch nicht so extrem anspruchsvoll gerade wenn wir z.B.

00:09:29: auf Achttausende steigen sodass sich vielleicht auch ein zwei Monate gar nicht wirklich intensiv felsklettern war sondern nur Eispickel in der Hand hatte.

00:09:39: und wenn ich dann wieder komme ... in die Fels ruten, dann habe ich ein unglaublich großes Bewegungsrepetua... und unglaublich viel Technik auf dich zurückgreifen kann.

00:09:49: Und ich kann dann auch immer noch relativ gut klettern, obwohl ich jetzt ja keine Kraft habe weil ich diese spezifischen Bewegungen lange nicht trainiert habe.

00:09:58: Ich kenne tatsächlich sehr starke Kletterer insbesondere auch Frauen.

00:10:02: Die können nur einen Klimmzug und die kletteren richtig, richtig schwere Routen am Ende des Tages.

00:10:09: Wie überhängender die Route ist, desto mehr Kraft brauchst du und je weniger überhängt, destо mehr kommt es auf die Technik drauf an.

00:10:19: Und so kann man sich natürlich auch ein bisschen nach dem Stil aussuchen was einem liegt aber am Ende des Tages.

00:10:27: ja Technik, Technik ,technik.

00:10:31: gut zu wissen gibt Hoffnung.

00:10:33: Lass uns ein bisschen in die medizinische Perspektive reingehen, weil du hast das Himalaya schon angesprochen.

00:10:37: Was passiert eigentlich im Körper wenn man in große Höhen aufsteigt?

00:10:40: Und wie bereitest Du Dich darauf vor?

00:10:44: Okay, das Ganze läuft in verschiedenen Phasen ab.

00:10:48: Also erst mal, wenn unser Körper in große Höhne geht gibt es Anpassungen.

00:10:52: dieser Körper mit relativ wenig Energieaufwand schnell vornehmen kann.

00:10:56: Das erste was passieren wird ist dass deine Artenfrequenz hochgeht, dass dein Puls hochgeht.

00:11:02: Also wir haben natürlich weniger Sauerstoffversorgung.

00:11:04: Wie können wir das Ganze relativ leicht lösen?

00:11:07: Klar, wir pumpen das Blut ein bisschen schneller durch den Organismus und wir versuchen natürlich irgendwie jetzt mehr Sauerstoffs reinzubekommen.

00:11:17: Du wirst es wahrscheinlich wissen, Hardy.

00:11:20: Wie viel Prozent Sauerstaff haben wir in der Luft?

00:11:24: Äh...einundzwanzig Prozent!

00:11:25: Genau wieviel Prozent Sauerstoff haben wir an Gipfel des Everest?

00:11:30: Wahrscheinlich sowas um die vier bis acht Prozent

00:11:33: Einzwanzig Prozent, immer noch.

00:11:36: Stimmt nur der Druck ist ein anderer.

00:11:38: Du hast mich reingelegt!

00:11:43: Aber das ist tatsächlich was viel passiert.

00:11:48: Das ist so dass die Moleküle einfach weiter auseinander sind, weiter ausgegießt sind.

00:11:53: Das heißt mit dem gleichen Atemzug nehmen wir viel weniger Moleküne auf.

00:11:58: Also jetzt gerade hier bei der Aufnahme würden wir mit einem Atemzug sagen, wenn mal rein hypothetisch hundert Moleküle Sauerstoff einatmen.

00:12:05: Aber wenn wir auf fünftausend Meter Höhe sind, sind es nur noch fünfzig und dann kann der Körper in diesem ersten Schritt eine sogenannte Atemsteigerung vornehmen.

00:12:16: und dann atmen wir einfach mal doppelt so viel und in der Theorie kriegen wir da nun wieder genügend Molekülisaustoff rein.

00:12:23: also die Atem Steigerung Und die ist quasi einer der schnellsten Mechanismen, die unser Körper dabei bereit hat.

00:12:32: Unser Nervensystem brauchte aber auch einfach ein bisschen Zeit!

00:12:34: Wir können jetzt nicht sofort irgendwie in die extreme Höhe gehen... dann würden wir trotzdem nicht mehr atmen können.

00:12:41: Da muss man sich langsam dran gewöhnen.

00:12:43: Das ist so eine der ersten große Schritte, die passieren können.

00:12:49: Wie bereitetest du dich darauf vor?

00:12:50: Schläfst Du in einem Druckzelt?

00:12:54: Also das ist also diese Artensteigerung, was relativ schnell passieren kann.

00:13:01: Und am besten meiner Meinung nach ist natürlich die echte Höhe.

00:13:05: und wenn die echten Höhe aber nicht verfügbar ist oder zum Beispiel zu viel Einfluss aufs Training nehmen würde dann habe ich auch ein Höhenzelt daheim.

00:13:14: Das Höhencelt macht jetzt etwas, was in die Richtung geht wie du eben vermutet hattest wo du gesagt hast ja da sind so drei bis vier Prozent Saustoff.

00:13:23: Das Höhenzelt selbst, das schafft es nicht den Druck zu simulieren.

00:13:27: Weil um Druck zum Simulieren unter Druck brauchen wir eine starke Struktur.

00:13:32: da brauchen wir große Maschinen die die Luft aus dem Raum raus saugen und einen Unterdruck erzeugen.

00:13:39: gleichzeitig müssen wir trotzdem noch darin atmen können.

00:13:42: dass ist kompliziert.

00:13:43: das was in meinem Zelt daheim passiert indem ich hier im Schlafzimmer dann schlafe wie so ein Staubsauger der angeschlossen ist in das Zelt, aber der bläst jetzt Luft ins Zelt hinein.

00:13:55: Die gefiltert ist die weniger Prozent Sauerstoff hat, die simuliert quasi den Druckverlust in einer großen Höhe.

00:14:02: Es ist aber auch nur eine Simulation.

00:14:03: dadurch dass wir nicht tatsächlich den anderen Druck haben, haben wir einige Anpassungen eben nicht, die die echte Höhe bereithalten würde.

00:14:12: und das ist zum Beispiel natürlich auch die Diffusion von Sauerstoffs in den Lungenbläschen die auch sehr stark noch von dem Druck selbst abhängt.

00:14:21: und um langfristige gute Anpassungen vornehmen zu können, hilft meiner Meinung nach die echte Höhe am besten.

00:14:31: Natürlich kriegen wir eine Atemsteigerung hin.

00:14:33: Wir könnten auch die Hämoglobinproduktion stimulieren durch so eine normalbarische Höhe daheim aber nicht auf einer Effektivität, wie es die echte Höhe machen würde.

00:14:49: Mittelfristig kriegen wir natürlich dann, wie ich gerade angesprochen habe mehr Himo-Globin also unser Blut wird dickflüssiger etc.

00:15:01: und das Himo Globin wiederum was jetzt ja mehr verfügbar ist kann so gesehen auch wieder mehr Sauerstoff transportieren.

00:15:10: Und langfristig über einen ganz langen Zeitraum würden wir eine höhere Dichte an Kapilan bekommen, also feinere Blutgefäße die den Sauerstoff einfach noch besser transportieren können.

00:15:22: und so gibt es verschiedene Phasen.

00:15:25: Der Körper ist ja faul der will ja möglichst wenig Energie investieren.

00:15:28: das heißt wenn wir nur kurz in der Höhe sind wird er erst mal kurzfristige Anpassungen vornehmen.

00:15:32: Wenn er merkt hey dass jetzt ein längerer Zustand dann wird auch mehr Energie investiert und den Körper quasi auch ausbauen, um mit diesen Höhen wirklich besser zu funktionieren.

00:15:43: Was natürlich auch sehr viel Energie kostet.

00:15:45: Wie würde denn eine ideale Vorbereitung aussehen angenommen für was wir jetzt in Mount Everest?

00:15:50: Also wie lange würdest du auf welcher Höhe dich anpassen wollen?

00:15:54: Mit Sauerstoff oder ohne Sauerstoffs?

00:15:57: Sagen wir mal ohne Sauersstoff!

00:15:58: Okay, nehmen wir mal alle sauerstoff.

00:16:00: ich denke ohne Sauernstoff sollten wir eine Aktimatisation von ungefähr drei Monaten in Betracht ziehen.

00:16:07: Ich denke, mit der heutigen Forschungslage würde ich empfehlen vielleicht erst mal in die echte Höhe zu gehen.

00:16:16: In der echten Höhe akklimatisieren wir tendenziell schneller und besser.

00:16:21: zum Beispiel könnte man dann sechstausender machen sowas in der Richtung vielleicht auch höher gehen und dann nach Hause kommen und zuhause dann im Anschluss die normo-barische Höhe nutzen das Höhenzelt für einige Nächte und vielleicht dann auch noch mal in echte Höhe gehen, bis man dann irgendwann zum Berg hinfliegt.

00:16:44: Also nach Nepal in diesem Fall.

00:16:46: Und dann vor Ort ganz klassisch mit der Höhenexposition beginnt Rotation natürlich um Höhenkrankheit fortzubeugen etc.

00:16:57: steigt man langsam und systematisch auf.

00:17:00: gibt es so Grundregeln?

00:17:03: Im Zustieg macht man vierhundert bis fünfhundert Höhe Meter pro Tag.

00:17:07: Man kann auch mal achthundert machen, aber dann sollte man einen Ruhetag einlegen.

00:17:10: also wenn wir zum Beispiel auf drei tausend zweihundert Meter Höhe sind.

00:17:15: Dann würden wir die nächste Nacht maximal auf viertausend Meter Höhen verbringen und da aber auch einen extra Tag warten.

00:17:22: So geht man langsam ein bisschen höher.

00:17:25: Wir würden natürlich jetzt schon mit einer ordentlichen Menge vor Akklimatisation ankommen, weil wir ja schon vorher einen sechstausender bestiegen haben.

00:17:31: Weil wir schon zu Hause im Höhenzelt ein bisschen übernachtet haben, weil es alles kombiniert haben.

00:17:36: Könnten wir auch schneller aufsteigen?

00:17:38: Würden dann im Everest-Basislager sein auf etwa fünftausend dreihundert Meter Höhe und dann würde man ganz klassisch Rotation beginnen.

00:17:47: Einmal Camp Eins besuchen auf sechs tausend Meter Höhen, dann aber da nicht übernachten sondern wieder runter gehen.

00:17:54: Die Devise ist häufig hochgehentief schlafen, so dass wir einen Stimulus setzen.

00:18:02: Dass der Körper sich anpasst aber gleichzeitig auch das Risiko für Komplikationen verringern denn die Symptome der Höhenkrankheit treffen mit etwa sechs bis acht Stunden Zeitverzögert ein.

00:18:13: Wenn wir also jetzt da oben sind dann kann es sein, dass wir Symptomen der Höhnkrankheiten zeigen, die nicht unbedingt förderlich für unsere Aklimatisation sind.

00:18:22: deswegen Erst mal kurz in die Höhe gehen, Stimulus setzen dann wieder tief schlafen.

00:18:27: Dann erholen wir uns ein bisschen.

00:18:29: In der Höhe ist es auch sehr leicht viel Flüssigkeit zu verlieren.

00:18:32: Die Luft ist sehr trocken und wir atmen sehr viel Flissigkeit ab.

00:18:35: Das heißt wieder gut rehydrieren.

00:18:38: das nächste Mal schlaven wir jetzt im Camp I besuchen Camp II Schlafen aber nicht in Camp II gehen wieder runter Erholungsphase dann schlaffen in Camp I, schlaifen in Camp III berühren Camp III gehen wieder runter, ohne den Camp drei zu schlafen und so weiter.

00:18:56: So würden wir quasi jedes Camp vorher einmal berühren.

00:18:59: im heutigen modernen schnelleren Alpinismus wenn du jetzt natürlich da hinkommst sagst ich möchte eine saustürfreie Everest-Beginung machen dann bist du natürlich ein gut trainierter Athlet der daherkommt würden wir auch versuchen mit zunehmender Zeit einfach Höhenreize zu setzen aber weniger Zeit Prinzipien am Berg zu verbringen, die auch sehr ermüdend ist.

00:19:20: Also kurze schnelle Höhenreihe zu setzen und dann vielleicht sogar sagen wir über Nacht niedriger als das Everest-Basislager selber.

00:19:27: Vielleicht auf viertausend, viertausend zweihundert Meter höher weil wir uns da wiederum schneller erholen von der Ermüdung.

00:19:32: Gibt es für dich klare Warnsignale bei denen du sofort weißt okay jetzt muss ich umdrehen irgendwie oder das fühlt sich nicht gut an?

00:19:40: Generell würde ich sagen wenn ich natürlich auch jemand gerade war ich das schon seit so vielen Jahren mache habe ich eine unglaublich gute Intuition entwickelt.

00:19:50: Intuition ist nichts anderes als Big Data, also das sind einfach so viele Datenpunkte die verarbeitet werden dass du es in deinem Bewusstsein gar nicht mehr so wirklich konkret ausdrücken kannst.

00:20:01: und dann ist einfach so.

00:20:02: ein Gefühl hier sagt so umdrehen.

00:20:06: je besser du wirst und je länger du etwas machst desto mehr Datenpunkter hast du.

00:20:12: Und aus diesen Datenpunkten, aus deiner Erfahrung in Kombination zum Beispiel mit dem was du gerade wahrnimmst.

00:20:18: Was siehst Du?

00:20:19: Was für eine Wolkenform ist da?

00:20:20: Wie ist die Windgeschwindigkeit?

00:20:22: In Kombination mit dem Wetterbericht den du gelesen hast... ...in Kombination with anderen Expeditionsberichten und so weiter gibt es einen Punkt an dem in mir drin dann auf einmal alles sagt Hey Moment Stop!

00:20:36: Das fühlt sich jetzt nicht gut an und dann hörst du darauf.

00:20:40: Und diese Intuition, die muss man aber auch erst mal entwickeln und aufbauen.

00:20:44: Und gerade auch als Einsteiger ist sie häufig noch nicht mit so guten Daten gefüttert und deswegen auch sehr unzuverlässig.

00:20:51: Das hast du ja gesagt, dass du einige Expeditionen oder viele alleine machst?

00:20:55: Was macht die Isolation mit dir?

00:20:58: Ich denke das Längste was ich komplett alleine verbracht habe waren vielleicht ein, zwanzig oder zweinzwanzig Tage in Alaska am Denali, am höchsten Berg Nordamerikas im Polarwinter.

00:21:09: Da war das wirklich so, dass ich in so einen ganz tiefen meditativen Zustand gegangen bin.

00:21:14: In der ich meine Umgebung losgelöst von allen Emotionen betrachtet habe.

00:21:20: Das war so als wenn alles was passiert also nur reine Fakten sind.

00:21:25: auch wenn da jetzt etwas Schlechtes passieren sollte zum Beispiel der Kocher fällt um und kippt dir ein Liter Wasser irgendwie den Schlafsack rein ist ja an sich ein total schlechtes Szenario brutal kalt, das kann potenziell zu Unterkühlung etc.

00:21:40: im besten Fall wird es einfach nur unangenehm.

00:21:42: aber dann ist es ein Datenpunkt, den nimmst du wahr?

00:21:45: Das ist jetzt passiert.

00:21:45: was kann ich jetzt machen um die Lage zu verbessern?

00:21:48: Ich fühl da nichts Aber im gleichen Moment fühle ich auch nicht, wenn irgendwas richtig Gutes passiert!

00:21:54: Ich bin dann einfach nur da, ich existiere einfach nur und das ist ein Zustand den ich über Jahre... wie soll ich sagen, aufgebaut habe dass das ich den erreichen kann.

00:22:06: Dass sich einfach switchen kann und da reingehen kann.

00:22:09: also ich wäre vermutlich auch nicht wirklich ein sozialer Mensch in diesem Zustand.

00:22:15: Ich bin ja nur wirklich auf mich und meine Umgebung und die Mission fokussiert.

00:22:21: Ich bin im total tiefen Fokus da und das Spannende ist sobald ich in der Zivilisation zurück bin Da geht's sehr schnell innerhalb von einem Tag oder so, boom bin ich wieder ganz normal irgendwie.

00:22:33: Aber das verschwindet unglaublich schnell dann.

00:22:37: Wir haben den Everest eben schon mal angesprochen und man sieht und hört auch oft dass viele den Aufstieg schaffen aber nicht mehr den Abstieg.

00:22:45: Woran liegt das?

00:22:48: Oder wie vermeidet man sich, dass man selbst überschätzt?

00:22:51: Da gibt es verschiedene Fallen die natürlich gefährlich sind.

00:22:54: Erstmal Grundkonzepte mental betrachtet ...denkt man sehr leicht, dass das Ziel der Gipfel ist.

00:23:03: Aber in Wirklichkeit ist es ja Kilometer... ...zwei-undzwanzig bei Marathon also kommt ja dann noch die andere Hälfte nachher.

00:23:13: und deswegen darf man hat nie vergessen, der wahre Gipfel is im Basislagerheile anzukommen nicht da oben.

00:23:22: Das bringt einem alles nichts wenn man's nicht nach unten schafft.

00:23:26: Und das ist auch so verlockend zu sagen, ich sehe diesen Gipfel.

00:23:28: Ich habe den schon über Wochen und Monate gesehen von unten und da ist er ja und da oben ist es Ziel.

00:23:34: aber nein, das Ziel ist tatsächlich dann noch sehr weit entfernt.

00:23:38: Das ist einmal dieses mentale Konzept.

00:23:40: Dann ist es natürlich ganz klar so dass man einfach auch immer erschöpfter wird je länger der Tag wird.

00:23:48: Das heißt jetzt im Abstieg bist du am Erschöpfesten also da bist viel weniger frisch als noch im Aufstieg.

00:23:55: Wir wollen dann ja auch schnell nach Hause und wir wollen jetzt unbedingt zurück.

00:24:00: Jetzt ist das Ziel erreicht, und dann geht man auch viel höhere Risiken ein.

00:24:07: Risiken die man im Aufstieg gar nicht eingehen würde einfach weil man auch so schnell wieder nach Hause möchte und dann macht man Fehler!

00:24:16: Und ich denke... Dann haben wir noch den dritten Faktor.

00:24:21: Die Höhe ist etwas, was wirklich auch sehr benebelnd wirken kann.

00:24:27: Also auch wenn man mit Sauerstoff gehen sollte wird man die Höhe noch ein bisschen spüren insbesondere für den Fall dass der ja vielleicht man auch länger unterwegs ist und nicht so viel sauerstoff dabei hat.

00:24:37: ich persönlich kenne mich nicht so gut aus mit dem ganzen sauerstoff Gerät uns soweit es noch nie benutzt habe.

00:24:44: aber ich bin natürlich da und ich kenne Leute, die diese Sachen eingesetzt haben.

00:24:48: Da kannst du natürlich auch zu technischen Problemen kommen

00:24:50: etc.,

00:24:51: und dann bist du halt wirklich auf dich

00:24:53: gestellt.".

00:24:55: Aber ja ... das kannst du so ein bisschen vorstellen als wenn du getrunken bist?

00:25:00: Und dann versuchst du ein mathematisches Problem zu lösen!

00:25:03: Da fängst du an zu schätzen nach der Lösung... Das ist eine Herausforderung und gleichzeitig, wenn du deine Höhensymptomatik nicht respektiert hast beim Aufstieg auch mit Sauerstoff zu Hilfe nahmen.

00:25:19: Gibt es natürlich ein hohes Risiko, dass dich dann die Höhenkrankheit einholt zum Beispiel im Abstieg und dann kannst du im schlimmsten Fall auch nichts mehr machen?

00:25:29: Und deswegen ist es auch so das die meisten Unfälle im Abstieg nachher passieren denn da bist du einfach am anfälligsten für alles!

00:25:37: Wahrscheinlich ein guter Teil der Vorbereitung ist natürlich auch Ernährung.

00:25:40: Wie sieht deine Ernährungen während einer Exponition aus und wie stellst du dich sicher, dass du deinen Körper mit ausreichend Energie versorgst?

00:25:49: Also ich würde mal sagen wenn wir da am Berg sind dann ist die Vorbereitungen gelaufen.

00:25:56: das Wichtigste was du tun musst um am berg erfolgreich zu sein das passiert Wochen Monate Jahre bevor du da bist.

00:26:06: Deswegen würde ich noch mal kurz auch hier erwähnen Ernährung beim Training unglaublich wichtig.

00:26:12: Jedes Workout hat ja immer zwei Anteile an Katabolen und ein Anabol, also Anabol wie Anabolika Muskel aufbauen, Katabol muskel abbauend.

00:26:21: Wir setzen dann Reiz wenn wir unser Work-Out unserer Training schlecht verpflegen.

00:26:25: zum Beispiel falls eine sehr lange Einheit ist die länger als ne Stunde oder anderthalb Stunden geht und wir die nicht mit Kohlenhydraten versorgen dann baut unser Körper vermehrt auch Muskeln ab und klar setzen wir den Stimulus und bauen Muskeln auf, also der anabole Teil.

00:26:42: aber wenn wir dann im schlechtesten Fall vielleicht sogar nach dem Workout keine vollständige Mahlzeit zu uns nehmen oder kein Protein Shake weil wir eben die Mahlzeitspäter haben.

00:26:53: Na dann verstärken wir diesen negativen Anteil des Workouts umso mehr.

00:26:56: Das heißt gute Ernährung fängt schon im Training an, lange Anheiten unbedingt mit Kohlenhydraten zu versorgen und nach den Trainingseinheiten dann auch innerhalb von zwanzig Minuten Proteine zu sich zunehmen.

00:27:07: am besten natürlich eine vollständige gute Mahlzeit mit hochwertigen Essen.

00:27:11: aber wenn das nicht geht halt ein Proteinshake.

00:27:14: da ist die Basis.

00:27:15: und wenn wir jetzt am Berg sind da müssen wir natürlich noch ein paar andere Faktoren beachten.

00:27:21: gerade in der Höhe funktioniert unser Körper ja ganz anders.

00:27:25: Dadurch, dass es weniger Sauerstoff gibt ist unsere Verdauung auch massiv beeinträchtigt und dieser mangelnde Sauerstoffs macht viel schwieriger zum Beispiel Fett zu verdauen.

00:27:37: Dementsprechend habe ich mich z.B.

00:27:40: fünf Jahre lang vegan ernährt und selbst bevor ich damit angefangen habe, habe ich kein Fleisch in der Höhe gegessen weil Fleisch unglaublich schwer zu verdrauen ist und schwer im Magen liegt.

00:27:52: Je höher ich unterwegs bin, dass du mehr sind am Ende nur noch reine Kohlenhydrate die da rein gehen und vielleicht noch ein paar Proteine.

00:28:01: Also in der ganz großen Höhe ist es sogar so das ich häufig meine Kohlenhydrate trinke, dass sich dann einfach auch eine Menge Zucker zu mir nehme Sachen die ganz leicht ins System reingehen denn die Verdauung funktioniert immer weniger.

00:28:18: Und gleichzeitig müssen wir aber auch am Berg drauf achten, wenn wir zu wenige Kohlenhydrate zu uns nehmen ist es wie im Training.

00:28:24: Dann bauen wir immer stärker ab und unser Körper baut einfach massiv ab in der Höhe.

00:28:29: Wie verändert sich dein Körper nach so einer Expedition?

00:28:31: Wenn du dann wiederkommst nimmst du viel Gewicht ab.

00:28:37: was macht die Muskelkraft, was macht das Immunsystem?

00:28:39: Da gab's mal eine Studie Das ist schon viele Jahre her, da haben so Forscher eine Hütte gebaut.

00:28:46: Ich glaube auf fünftausend achthundert Meter Höhe oder sowas.

00:28:51: Oder vielleicht sogar noch ein Hauchhöher im Himalaya und die wollten eigentlich irgendwas ganz anderes untersuchen.

00:28:55: aber dann nach einer Zeit ist aufgefallen dass sie immer schwächer geworden sind und einige absteigen mussten.

00:29:01: und nach sechs Monaten mussten die letzten dieser Forscher auch absteigern weil die massiv an Gewicht verloren haben und super erschöpft fahren.

00:29:08: wenn wir oberhalb von ungefähr fünf tausend sieben hundmetern unterwegs degeneriert der Körper.

00:29:13: Wir bauen Muskelmasse ab, weil der Körper diese Muskeln auch verzehrt.

00:29:17: die Muskeln sind ja voll von ATP also von Energie und der Körper kann diese Energie ganz leicht aus den Muskeln rausziehen.

00:29:26: Die Muskeln zersetzen ist viel leichter als irgendwas mit Sauerstoff zu verdauen Und deswegen ist es so dass wir natürlich sehr viel an Muskel Masse einfach einbüßen wenn wir da höher sind.

00:29:37: Der Körper verzehrt auch Mitochondrien.

00:29:40: Also Körper Zellkraftwerke werden abgebaut und wenn man dementsprechend wiederkommt, kann es tatsächlich sogar sein dass du einfach viel weniger Muskelmasse hast.

00:29:52: Dass du sich sehr schlapp fühlst, dass du auch noch relativ viel Zeit brauchst um dich nachher zu erholen und interessanterweise kannst aber auch passieren das du bei so Höhen Expedition, was mir schon mal passiert mit deutlich mehr Fett wieder kommst.

00:30:05: also weil das Fett hat der Körper dann übrig gelassen und hat sich eher an den Muskeln bedient.

00:30:11: Das ist sehr interessant.

00:30:13: Ich würde dich gerne zum Schluss fragen, was können wir normal Menschen aus Deiner Erfahrung für unsere eigene Fitnessgesundheit oder den Umgang mit Belastungen von dir lernen?

00:30:26: Am Ende des Tages kommt es da nicht auf Talent drauf an.

00:30:30: also ich mein ihr seht mich jetzt natürlich hier als Profi Bergsteiger und so weiter.

00:30:33: wenn man sich meine Videos anschaut auf YouTube oder sonst wo dann sieht das alles super krass aus Aber ich bin ja nicht der, der ich bin weil ich eine Menge Talent habe.

00:30:45: Das Ganze ist einfach dadurch entstanden dass ich systematisch Fähigkeiten aufgebaut habe.

00:30:51: und Fähigkeiten aufbauen passiert dadurch das man sich Feedback stellt Feedback von Experten Feedback vom Leuten die da sind wo man hin möchte Und wenn man bereit ist sich dieses schmerzhafte Feedback an zu hören und das ist wirklich nicht einfach Dann kam man am Ende also eine Ziel erreichen.

00:31:13: Sehr schönes Schlusswort, Joost.

00:31:15: ich danke dir ganz herzlich für deine Zeit und für die spannenden Einblicke, die du uns gegeben hast.

00:31:19: Ich habe da viel mitgenommen und viel draus gelernt.

00:31:23: Wünscht dir weiterhin viel Erfolg bei allem, was du machst.

00:31:26: Du bist für viele Menschen eine große Inspiration weil du einfach zeigst, was machbar ist.

00:31:31: Du sagst immer da ist wenig Talent.

00:31:34: Da ist bestimmt ein bisschen Talent aber noch mehr.

00:31:36: dahinter ist harte Arbeit um dorthin zu kommen und vor allem langjährige Arbeiter.

00:31:42: es passiert nichts über Nacht und man kann auch nichts erzwingen.

00:31:45: von daher finde ich das super was so machst.

00:31:47: Mach bitte weiter pass auf dich auf.

00:31:49: und nochmal ganz herzlichen Dank für deine Zeit.

00:31:52: Ja, war schön dazu.

00:31:53: Danke für die guten Fragen!

00:31:56: Die Fakten der Folge.

00:31:59: Was ich heute mitnehme ist das Gesundheit in jeder Lebenslage erfordert seine Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren.

00:32:05: Der Körpersende klar Signale.

00:32:06: entscheidend ist sie ernst zu nehmen und rechtzeitig zu handeln.

00:32:09: Unser Körpergefühl ist trainierbar und lebenswichtig.

00:32:11: Wer lernt seinen eigenen Zustand richtig einzuschätzen trifft bessere Entscheidungen nicht nur am Berg sondern auch im Alltag Und die mentale Stärke und die körperliche Gesundheit gehören zusammen.

00:32:20: Gerade unter extremen Bedingung zeigt sich wie sehr Fokus, Disziplin und Selbstkontrolle den Körper beeinflussen.

00:32:30: Random Reminder Dein Blut besteht zu etwa neunzig Prozent aus Wasser.

00:32:33: Blutplasma ist tatsächlich zu rund neunzig Prozent Wasser.

00:32:36: Wusstest du das?

00:32:37: Schon leicht der Hydration kann deine Fließeigenschaften verändern und die Versorgung von Gewebe verschlechtern.

00:32:43: Das wird sich direkt auf Konzentration, Kreislauf- und Leistungsfähigkeit aus.

00:32:47: Also mal random reminder heute!

00:32:48: Hydration is keine Kleinigkeit.

00:32:50: sie beeinflusst deine gesamte Physologie Bis zum nächsten Mal, bleibt gesund und neugierig.

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